Tageslektion 269

Frei sein beginnt mit einer Wahl

Zu glauben, dass wir echte Sünden vergeben müssen, blockiert wahre Vergebung. Denn was wir für wirklich halten, können wir nicht loslassen. Wir meinen, ein Schaden sei geschehen, jemand habe uns verletzt. Doch der Kurs sagt klar, dass Sünde eine Illusion, ein Ruf nach Liebe ist. Schuld kann nicht vergeben werden, weil sie in Wahrheit nie existiert hat. Vergebung heißt deshalb nicht, dass wir etwas tatsächlich Geschehenes entschuldigen. Sie heißt, dass wir bereit sind, anders zu sehen. Hinter jeder Tat, die wir verurteilen, steckt Angst oder das Bedürfnis nach Nähe. Vielleicht wollte der andere einfach Verbundenheit und konnte es nicht zeigen. Vielleicht haben wir selbst aus Angst reagiert. Wenn wir das erkennen, sehen wir keinen Angriff mehr, sondern einen Ruf nach Liebe, wobei sich unser eigener Groll löst.

Diese innere Veränderung geschieht nicht durch Willenskraft, sondern durch den Heiligen Geist. Unsere Aufgabe ist nur, hinzuschauen, unsere Urteile wahrzunehmen und zu sagen: Ich bin bereit, das anders zu sehen, hilf mir. Dann warten wir. Die Korrektur geschieht in uns, zuerst vielleicht gegenüber dem anderen, vielleicht auch uns selbst gegenüber, beides ist eins. So wird Vergebung zu einer bewussten Entscheidung: Wir wollen Unschuld sehen. Wir bitten darum, und der Heilige Geist schenkt uns diese Sicht. Was wir draußen sehen, spiegelt unseren eigenen Geist. Sehen wir Schuld, erleben wir die Schuld in uns. Sehen wir Unschuld, erfahren wir unsere eigene. Die Welt ist dabei wie ein Spiegel: eine Illusion, die uns zeigt, wo wir innerlich stehen, bis wir so weit sind, dass wir reines Wissen ohne Wahrnehmung erfahren.

8 Antworten

  1. Lieber Matthiad
    du schaust bei Gottfried sehr genau hin. Tust du das auch bei dir? Wir alle sind Lernende und Lehrer, weil wir EINS sind. Wir sind Boten Gottes, die geführt sind vom HEILIGEN GEIST. Wenn wir bereit sind die Liebe die wir sind in uns zu fühlen, fällt vieles von uns ab, dass wir nicht sind.
    Gesegnet sind wir.

    1. Liebe Liliane, ja ich hatte eine Frage zum Verständnis von Gottfrieds Worten. Seine Antwort zeigt mir, dass Fragen dieser Art durchaus erwünscht und willkommen sind. Was willst du mit deiner Frage, ob ich das auch bei mir mache, bewirken? Möchtest du, dass ich diese Fragen in Zukunft nicht mehr stelle? Habe ich damit etwas in dir berührt? Liebe Grüße und Namaste

  2. Lieber Gottfried,
    Danke für deine klärenden Worte.
    Ich bemerke, dass ich Unterschiede mache.
    Und ich bemerke auch, dass es nicht gleich klappt, keine Unterschiede mehr wahrzunehmen. In dem Moment nehme ich auch wahr, wie ich mich deshalb verurteile oder mich verurteilen möchte. Oftmals gelingt es mir stopp zu sagen und es dem Hl.Geist zu übergeben.
    Ich finde es offenbarend und erstaunlich was alles in meinem Geist umhergeht. Es ist eine solch Erleichterung für mich, diesen Ballast abgeben zu dürfen. Auch wenn sich die Transformation nicht gleich einstellt.
    Geduld und Vertrauen, dass darf ich noch üben. Insbesondere Geduld, meine Beonchitis einfach so sein zu lassen, wie sie ist und nicht mehr wahr zu machen.
    Eine gute Erkenntnis zu erkennen, dass es auch ein Ruf nach Liebe ist. Denn mit dieser scheinbaren Erkrankung kann ich Aufmerksamkeit bekomme. Das gebe ich gleich mal ab.
    Danke ,lieber Gottfried, zusammen mit allen Lehrern und Schülern, für das gemeinsame hingebungsvolle Wirken und den Austausch.❣️
    Seid gesegnet.
    In liebevoller Verbundenheit
    Barbara

  3. Und hierin liegt der ewige Frieden Gottes
    die ewige Freude Gottes
    die ewige Liebe Gottes
    Handeln aus den Frieden der Einheit so und oder Besser zum Wohle Aller danke

    Uns Alken einen gesegnten Tag aus der Liebe aus dem ewigen Licht

  4. So kann es geschehen. Wir Urteilen und können dies beobachten im Gegenwärtigen Augenblick und es unserem Heiligen Geist übergeben. Und Ihn Fragen, wie siehst Du das? War es Groll?

  5. Lieber Gottfried, indem du über andere Lehrer sprichst, die andere Lehrer be- und verurteilen, oder Menschen, die den Kurs nicht praktizieren, bist du dann nicht selbst ein Lehrer der Unterschiede wahrnimmt und Trennung wahrmacht? Danke für deine Antwort. In Liebe Matthias

    1. Deine Frage trifft den Kern dessen, was wir alle üben. Der Kurs sagt nicht, dass wir sofort keine Unterschiede mehr wahrnehmen, unser Körper und unser konditionierter Geist können das gar nicht. Er lädt uns ein, zu bemerken, dass wir Unterschiede wahrnehmen und uns nicht mehr mit diesem Urteil zu identifizieren.

      Wenn ich über andere Lehrer oder Schüler spreche, dann geht es nicht darum, sie zu verurteilen oder Trennung wahrzumachen, sondern darum, aufzuzeigen, wie der Kurs verstanden werden kann und wo wir uns, ich eingeschlossen, manchmal verrennen. Ich spreche also aus der Perspektive des Lernenden, nicht des Richters. Auch ich übe, Unterschiede nicht mehr wichtig zu machen.

      In Wahrheit sind wir alle gleich, wir sind alle Schüler und Lehrer Gottes, und alles, was wir sehen, ist ein Ruf nach Liebe. Selbst wenn ich Unterschiede benenne, will ich damit auf die dahinterliegende Einheit hinweisen, nicht auf Trennung. Es ist eine fortlaufende Praxis, immer wieder zum Heiligen Geist zurückzukehren und mich daran zu erinnern: Alles ist eins, und ich bin nicht hier, um Recht zu haben, sondern um Liebe zu lernen.

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