Tageslektion 219

Unsere Gedanken sind unser Gefängnis

Wie oft praktizieren wir die Lektion „Ich bin kein Körper, ich bin frei“, nur um zu bemerken, wie sehr wir uns immer noch mit dem Körper identifizieren? Wir tragen ihn durch die Welt, kümmern uns um ihn, planen, vergleichen, optimieren. Das zeigt uns, dass der alte Glaube, ein Körper zu sein, noch tief sitzt. Genau deshalb wiederholt der Kurs diesen Gedanken so oft. Nicht, weil wir ihn schon verinnerlicht haben, sondern weil wir ihn noch brauchen. Der Satz „Ich bin kein Körper, ich bin frei“ ist keine bloße Behauptung, sondern eine Einladung, etwas ganz Neues zu sehen.

Der Körper hält uns nicht gefangen, unsere Gedanken tun es. Unser Alltag dreht sich so sehr um unser körperliches Befinden, Essen, Kleidung, Gesundheit, Aussehen, Sicherheit. Was aber, wenn dieser Fokus nicht das Wesentliche ist? Was, wenn wir uns genauso liebevoll und regelmäßig um unseren Geist kümmern würden? Dies macht deutlich, wie sehr unser Leben um den Körper kreist und wie sehr wir dabei unser wahres Selbst vergessen. Der Körper darf da sein, wie ein Werkzeug, wie ein Auto, das wir nutzen. Aber er ist nicht, wer wir sind. Wir sind das Licht, das ihn führt. Und vielleicht spüren wir genau jetzt, dass da etwas in uns ist, das nicht vergeht, nicht alt wird, nicht leidet. Etwas, das frei ist, genau das sind wir, jetzt.

4 Antworten

  1. Wenn mein Werkzeug(Körper) in Beziehung mit einem anderen Werkzeug (Körper)steht,
    als Katalysator, macht das noch Sinn?
    Auch wenn ich dadurch (ich scheine dadurch) immer wieder ins Ego abtriffte?
    Oder macht es mehr Sinn mich auf mein Werkzeug konzentrieren, was ja wiederum Eins mit dem anderen ist?

  2. Darf ich mein Werkzeug pflegen und ölen, damit es gut funktioniert? Ohne ihm eine besondere Bedeutung beizumessen? Darf ich mir ein neues Werkzeug nehmen wenn das alte kaputt gegangen ist? Bekomme ich ein neues Werkzeug. Gibt es ein Geschäft oder Lager, wo ich mir ein neues Werkzeug besorgen kann? Ich bin in der DDR aufgewachsen, dort konnte man nicht einfach ein neues Auto kaufen, es gab Wartezeiten von bis zu 10 oder mehr Jahren. Manche können sich das nicht vorstellen, Autos wurden in der DDR extrem gepflegt und gewartet, weil sie Mangelware waren. Darf ich mir im Sinne des Kurses vorstellen, dass mir unendlich viele Körper zur Verfügung stehen? Kann mir jemand eine Brücke zur absoluten Körperlosigkeit bauen und wie im Sinne des Kurses Körper gesehen werden dürfen? Danke

    1. Im Sinne des Kurses darf ich meinen Körper wie ein Werkzeug behandeln, pflegen, nutzen, gut behandeln, ohne ihm besondere Bedeutung zu geben. Er ist nicht mein Selbst, sondern ein neutrales Mittel zur Kommunikation in dieser Welt. Wenn er nicht mehr funktioniert, darf ich darauf vertrauen, dass mir das gegeben wird, was hilfreich ist. Ich muss nichts festhalten und nichts kontrollieren.

      Unsere Angst vor dem Verlust des Körpers, geprägt durch Mangel und Unsicherheit, gibt ihm eine Wichtigkeit, die er nicht hat. Doch der Kurs erinnert uns: Ich bin kein Körper. Ich bin frei. Die Brücke zur Körperlosigkeit ist nicht der Kampf gegen den Körper, sondern die liebevolle Korrektur unserer Wahrnehmung. Ich war nie das Werkzeug, ich bin der, der es liebevoll und friedlich zur Seite legen kann, wenn die Zeit reif ist.

      1. Also darf der Körper auch im Sinne des Kurses so oft es nötigt ist repariert werden? Nur eben dem keine Bedeutung beimessen.
        Habe ich das richtig verstanden? Und wenn das nicht mehr funktioniert, dann liebevoll und ohne Angst denKörper beiseite legen, Das macht für mich Sinn und eröffnet neue Sichtweisen. Danke Gottfried

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