Wie wir die Angst zu unserem Lehrer machten
Wenn ich Gedanken der Angst im Geist festhalte, sage ich: „Ich habe Angst“, als ob die Angstgedanken ich selbst wären. Wenn ich Gedanken der Wut, Traurigkeit und Eifersucht habe, sage ich, dass ich wütend, traurig, besorgt oder eifersüchtig bin, doch diese Gedanken beschreiben nichts Wahres über mich. Nichts davon hat wirkliche Macht über mich. Es sind lediglich Gedanken, die ich ernst genommen habe. Je mehr ich ihnen glaube, desto fremder werde ich mir selbst. Und desto mehr verliere ich den Kontakt zu dem Frieden und Glück, die immer in mir gegenwärtig sind.
Warum entscheiden wir uns dafür, uns mit Gedanken zu identifizieren, die nicht wahr sind? Warum haben wir der Angst so viel Raum gegeben? Weil wir geglaubt haben, dass sie uns etwas bieten kann, was die Liebe nicht hat. Wir haben dem Ego die Haustür geöffnet und ihm erlaubt, uns zu erzählen, wer wir sind. Nach einer Weile haben wir ihm sogar geglaubt. Ja, wir glauben, dass die Welt und der Körper uns geben, was wir wollen, und solange wir das glauben, verfolgen wir weiterhin spirituelle Ziele, halten aber dennoch an dem Glauben fest, dass es etwas gibt, das wir von der Welt gewinnen können.
8 Kommentare
Danke, liebe Bermadette, lieber Claudio, für eure Kommentare, ich werde es mir zu Herzen nehmen ❤🤝💕
Liebe Dorothea, liebe Marianne, das sind spannende Themen, die Ihr aufmacht!
Dazu kann viel, sehr viel gesagt werden.
Für mich ist der KiW ein Lehrwerk über das Ego-Denksystem und wie „ich“ (wer eigentlich?) verhaftet bin. Es ist kein Lehrwerk über den Himmel. Also nicht über Herrlichkeit sondern über die Hölle und mein Festhalten daran – mit dem KiW-Buch in der Hand.
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Das wurde früher als ein Läuterungsprozess, als eine Pilgerreise bezeichnet. Jubelstimmung und ein „ich weiß wie es geht und verkünde es (unaufgefordert) aller Welt“ standen dabei nicht im Vordergrund, sondern Stille und Einkehr, die Bereitschaft, mich selbst immer wieder anzusehen, um meine eigenen von mir und vor mir verborgenen Beweggründe zu erkennen: Illusionen müssen angeschaut werden.
Dafür ist der Lehrer da: Mir das zu zeigen, was ich aus mit selbst heraus nicht sehen kann. Und auch nicht unbedingt will. Oft will ich doch recht haben und nicht heil werden: Ich will dieses Leben in einer gelingenden, mir gemäßen Form haben, ohne Schmerz.
Es braucht aber meine „kleine Bereitwilligkeit“.
Hier habe ich etwas in der Hand: die Macht der Entscheidung. So kann aus Schmerzhaftem wahre Heimsuchung werden.
Das ist sehr ernüchternd, geht mit Todesangst, Verweigerung, Hass, Widerstand einher. Zumindest kann es das.
Wenn viele in KiW-Kreisen feiern, Herzchen und Segen verschicken, nun, vielleicht fehlte ihnen nur noch wenig zum „Ankommen“. Den Läuterungsweg sind sie „in anderen Inkarnationen“ gegangen, wissen darum davon nichs mehr.
Jeder darf und muss seine eigene Lebensbilanz ziehen, immer wieder.
Und: Wer steht, sehe zu, dass er nicht Falle, sondern ausschreite. geführt vom Licht in sich, vom Kleinod der Unterscheidung, von der Lampe vor dem Fuß.
Ja vom KiW meinetwegen. Aber der KiW ist nicht das blaue Buch. Der KiW ist das Licht in uns, das in der Finsternis scheint. Ob’s Die Finsternis es be- gar ergriffen hat?
Wir dürfen auch Geduld mit uns selbst haben. Die Geduld, die aus Klarheit, aus Wollen, aus der mir mögliche Ehrlichkeit kommt.
Dann „wuchere ich mit dem Talent oder den Talenten“, dann „kaufe ich die Zeit aus“, praktiziere die Lebenshaltung des Wuwei: Eingang und Ausgang überlassen ich ihm – das Drehbuch ist geschrieben – im jetzt aber bin ich da, präsent, bekenne ich, was ich wahrnehme – und gebe es frei. Das ist mein Teil.
Das ist schon „eine ganze Menge“ – an neuer Lebenshaltung.
Hallo Marianne,
HEILIGER GEIST, heile DU dies, was ich hier sehe, in meinem Geist. Heile DU dies. Gib DU mir DEINE Sicht. Ich möchte dies anders sehen … Gehe mit Deiner Aufmerksamkeit auf die Brust Mitte und fühle den FRIEDEN.
Herzensgrüsse
Bernadette ☀️
Lieber Gottfried, du sagst auch hier immer wieder, dass ich Christus in jedem Menschen sehen soll, aber wie kann ich das, wenn ich Menschen sehe, die z.B. Tiere quälen ? Damit komme ich nicht klar !
Lieber Gottfried,
du sprichst immer wieder davon, dass wir in Freude praktizieren wollen und diese fühlen, da der KIW im Grunde so simpel ist.
Ich bin beim 2. Durchgang des Buches bei #19. Der KIW ist morgens das Erste, was ich mache – doch Freude empfinde ich keine, ehrlich gesagt.
Was ist Freude? Was ist Fühlen?
Ich habe vieles sehr, sehr missverstanden, das ist mir klar. Meine Frage an den HG dahingehend sehe ich (noch) nicht beantwortet.
Und so praktiziere ich täglich mit aller Bereitschaft – doch habe eher alles Andere als Freude in mir. Ich folge nur der stillen Präsenz, dass dies das Einzige ist, das mich zum Frieden führt.
Kennst das jemand?
Herzlich, Dorothea
Liebe, lass das müssen mal weg. Mach nach was dir ist. Du musst nicht Freude empfinden, du darfst. Alles andere ist nur das Ego. Ich kenne das sehr gut, lass deiner Kreativität freien lauf und beobachte mal wo es dich hinzieht. Alles Liebe für dich
🤍
Angst oder Liebe. Es bleibt immer genau diese Wahl. Ich liebe die Einfachheit und die Radikalität des Kurses…kein drumherum, kein Spielraum, sondern diese eine Wahl in jedem Moment, in diesem Leben. Es befreit so sehr. Ich danke dir von Herz zu Herz. Mehr und mehr lebe ich es.