Tageslektion 204

Unsere Vergangenheit bestimmt nicht, wer wir sind

Das Erwachen liegt nicht irgendwo in einer fernen Zukunft. Es beginnt genau jetzt, mit unserer Bereitschaft, die vertrauten Geschichten loszulassen. Die Welt scheint ihre eigenen Gesetze zu haben, doch sie können nur wirken, solange wir ihnen Glauben schenken. Unsere wahre Natur war nie an sie gebunden.

Wir können uns jederzeit dafür entscheiden, dem Ego die Macht zu entziehen, die wir ihm gegeben haben. Das hängt nicht von der Zeit ab, sondern nur von unserer Bereitschaft. Es ist eine Entscheidung, die wir in jedem Augenblick treffen: ob wir uns der Angst oder der Liebe, der Hölle oder dem Himmel zuwenden. Wir sind nicht unsere Körper und Persönlichkeiten. Wir sind frei von den Begrenzungen, die wir unserem eigenen Geist auferlegen. Wir sind in jedem Augenblick dazu eingeladen, unsere falschen Überzeugungen loszulassen und uns dafür zu entscheiden, unsere Augen für die Wahrheit darüber zu öffnen, wer wir wirklich sind.

6 Kommentare

  1. Also ist jeder den ich sehe von Jesus geführt und ich kann aufhören die Führung der anderen in Frage zu stellen. Ich kann loslassen und muss nicht mehr kontrollieren was die „anderen tun oder nicht tun“
    Das was ich tun kann ist ehrlich zu sein und ihm meine Ängste und Sorgen hinzulegen. Er kennt mich wie kein anderer und er ist da für mich, aber nur wenn ich die Beziehung zu ihm pflege. Ansonsten irre ich in der Welt herum und habe keine klaren Geist.

    Danke Gottfried für die Erinnerung, das ich mich an ihn wenden kann und MUSS.

  2. Hallo Gottfried, das Schaubild von gestern erscheint mir nicht ganz stimmig.
    Aus der Sicht des Selbst müsste es bei C (Täterselbst) heißen „Ich habe (es) verursacht“ (tue an, bin Täter), nicht „Er hat es verursacht“.

    Das aus der Schuld projizierte Selbst spaltet sich polar auf, wie alles hier.
    In die Schuld, die andere (der Bruder!) haben, weil sie mir antun, nicht geben, verursachen, Täter sind usw. und mich damit zum unschuldigen (!) Opfer machen.

    Und in die Schuld, die ich habe, weil ich tue, nicht tue (unterlasse), getan habe, nicht gut bin, nicht wert, egoistisch … die ganze Palette.
    Bis zu dem Glauben, ich hätte Gott ermordet, den Himmel geschändet, niemals tilgbare oder vergebbare Schuld auf mich geladen.
    Ich bin also schuldiger (!) Täter.

    Das Polare, das ständige Hin- und Herspringen zwis hen diesen Ausformungen der Schuld, macht es so schwer, den Wahn, vor allem seine Unwahrheit, zu durchschauen.
    Denn kaum bin ich „Mit mir im Frieden“ („Ich habe immer das mir Bestmögliche getan“) nehme ich den Bruder, den Mitmenschen, wahr, wie er meinen Frieden trübt. Wäre die Welt nicht ein besserer Ort, wenn alle so wären wie ich?
    Kaum sehe ich andererseits im Bruder den Unschuldigen, den Retter, das arme Opfer meiner eigenen Missetaten, bin selbst der böse Täter, der Unwürdig, der ewig Schuldige.

    Ja, das ist narrensicher, absolut. Es gibt „aus sich selbst“ kein Entrinnen daraus. Unsere „religiösen Bemühungen Anstrengungen durch unermesslich lange Zeiten beweisen das eigentlich überdeutlich.

    Aber es ist eben nicht Gottes-sicher. An seine Hilfe muss ich mich aber wenden. Wie immer ich diese Hilfe bezeichnen mag: Heiliger Geist, Jesus, die Stimme der Stille, die Lampe vor dem Fuß, das Kleinod der Unterscheidung, die Perle im Schlamm, das Licht in der Finsternis, der KiW …
    Der Begriffe sind viele – die Hilfe ist immer die Eine, dieselbe. Auch wenn sie auf sehr unterschiedliche Weise erfahrbar ist, in sehr unterschiedlichen Formen auftreten mag.

    Also: Ich würde das Schaubild bei C abändern, von „Er hat (es) verursacht“ in „Ich habe (es) verursacht“ oder „Ich verursache (es)“.
    Dann ist das Prinzip der Schuld mit seinen beiden Aspekten „Täter – Opfer“ klar – klarer – wiedergegeben – wie es der KiW auch ausführt.

    Saludos!

    1. Es gibt verschiedene Betrachtungsweisen.
      Aus psychologischer Sicht lässt sich das Täter und Opfer-Selbst so beschreiben, wie du es ausführst. In diesem Schaubild geht es weniger um die Polarität von Täter und Opfer, sondern um den Mechanismus der Projektion. Das Selbst A ist die unbewusste Schuld im Geist. Diese Schuld wird nach außen projiziert und erscheint als Selbst B, das Opfer, das sagt: „Er hat es verursacht.“ Dadurch wird die ursprüngliche Schuld im Geist scheinbar vermieden. Das Selbst C übernimmt dann die Rolle des Täters in der Welt und bestätigt den Traum der Trennung. Letztlich führen beide Betrachtungsweisen zum selben Punkt: Solange die Ursache außerhalb des Geistes gesucht wird, sei es als Täter oder als Opfer, bleibt die Schuld erhalten. Der Kurs führt uns einen Schritt weiter und lädt uns ein, die Ursache wieder im Geist zu erkennen, damit sie dort dem Heiligen Geist übergeben werden kann.

  3. Ja, ich bin bereit.
    Danke für diese wertvolle Erinnerung und Wertschätzung.

    Ich überprüfe meine Beziehung zu Jesus, schonungslos ehrlich.

    Von Herz zu Herz,
    Sandrina

  4. Guten Morgen lieber Gottfried

    Gibt es einen Unterschied zwischen Jesus und dem Heiligen Geist. Diese Frage schwirrt schon länger in meinem Kopf herum. Hättest du mir eine Erklärung?

    Herzlichen Dank.
    Alles Liebe
    Ursula

    1. Liebe Ursula,
      ich meine, dass Jesus und der Heilige Geist ein und dasselbe sind – eine Einheit, ein Selbst mit der gesamten Schöpfung. Aus meiner Sicht ist Jesus etwas nahbarer, der ältere Bruder eben, der den Weg vor mir schon gegangen ist. Den Heiligen Geist finde ich abstrakter, weniger greifbar, obschon ich viel mit ihm spreche.
      Hoffentlich konnte ich etwas Klarheit in dein Anliegen bringen.

      Herzensgrüße
      Marion

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